29.08.2013

Nur eine kühle Pause

Pazifik bremst Klimaerwärmung

Die globale Erwärmung, scheint derzeit eine Pause einzulegen, Klimawandel - Skeptiker sehen ihre Zweifel bestätigt. Nach Meinung von US - Forschern sind jedoch natürliche Temperaturschwankungen im tropischen Pazifik dafür verantwortlich. Nach dem Ende der kühlen Phase werde es weltweit wieder heißer.

Die scheinbare Pause der globalen Erwärmung lässt sich nach einer US - Studie mit natürlichen Temperaturschwankungen im tropischen Pazifik erklären. Dazu schließen die Klimaforscher Yu Kosaka und Shang Ping Xie vom Scripps Institut für Ozeanographie der Universität von Kalifornien aus ihren Simulationsrechnungen. Im britischen Fachjjournal " Nature " stellen sie ein angepasstes Klima - Rechenmodell vor, das die beobachtete Temperaturentwicklung gut wieder gibt.

Trotz des rasnten Anstiegs der Treibhausgase in der Atmosphäre scheint die Klimaerwärmung gegenwärtig eine Pause einzulegen. Seit rund 15 Jahren ist die Temperatur der bodennahen Luft im weltweiten Mittel nicht mehr nennenswert gestiegen. Diese überraschende Entwicklung hat kein Klima - Rechenmodell vorhergesehen. Forscher rätseln über die Gründe, Klimawandel - Skeptiker fühlen sich bestätigt. 

Schwankungen überdecken Klimawandel

Natürliche Schwankungen im Klimasystem können den Klimawandel jedoch zurzeit überdecken, wie die Autoren erläutern. Das derzeit ungewöhnlich kühle Oberflächenwasser des östlichen äquatorialen Pazifik kühlt demnach die Atmosphäre und bremst so den globalen Temperaturanstieg. Die Ursache für die Abkühlung des tropischen Pazifik sei zwar noch nicht geklärt, schreiben die Klimaforscher. Es sei jedoch wahrscheinlich, dass es sich um eine natürliche Schwankung handele. Wenn dies so sei, werde sich die globale Erwärmung nach, dem Ende der kühlen Phase des meeres fortsetzen, prognostizieren die Wissenschaftler. Ähnliche Phasen seien auch künftig möglich. 

Die beiden Experten hatten ein Klimamodell mit der anomalen Oberflächentemperatur des östlichen äquatorialen Pazifik gefüttert. Obwohl dieser nur rund acht Prozent der Erdoberfläche bedeckt, kann er die Lufttemperatur weltweit beeinflussen. Die Weltmeere speichern rund 90 Prozent der zusätzlichen Wärme. Und die Wassertemperatur in den oberen 2000 Metern ist nach Daten der US - Ozeanforschungsbehörde NOAA in den vergangenen Jahrzehnten kontinuierlich gestiegen, auch während der scheinbaren Klimapausen.

Heißere Sommer auf der Nordhalbkugel

 Das modifizierte Rechenmodell reproduzieren nun nicht nur die beobachtete Pause der globalen Erwärmung, sondern auch regionale und saisonale Phänomene, berichten die Forscher. So würden etwa die Sommer auf der Nordhalbkugel weiterhin heißer, während in den Monaten November bis April eine Abkühlung beobachtet werde. Dies gebe auch das Modell wieder, wenn auch weniger ausgeprägt als in den Messdaten.

Zudem finde sich die beobachtete deutliche Abkühlung in Nordwestamerika ebenso in dem modifizierten Klimamodell wieder wie verlängerte Dürreperioden in den südlichen USA, schreibt das Team. Für Eurasien stimme die Modellrechnung allerdings nicht so gut mit den regionalen Messungen überein, was vermutlich an einer internen Klimavariabilität unabhängig von der Entwicklung in den Tropen liege.

dpa


Forscherteam schließt Zufälle aus

Klimawandel verschärft El Nino



 

 

03.04.2013

" Das hat der Mensch noch nicht erlebt "

Stern warnt vor Klimafolgen

" Was auf die Welt zukommt, hat es seit 30 Millionen Jahren nicht gegeben ". Das sagt der ehemalige Chef - Ökonom der Weltbank, Stern. Er warnt vor noch drastischeren Folgen des Klimawandels, also bislang bekannt. Stern spricht von einem radikalen Wandel jenseits der menschlichen Erfahrungen.

Ex - Weltbank - Chefökonom Nicholas Stern hat vor noch drastischeren Folgen des Klimawandels gewarnt als bislang befürchtet. Ohne Eindämmung der CO2 - Emissionen liege die Wahrscheinlichkeit für einen Temperaturanstieg von fünf Grad gegenüber der vorindustriellen Zeit binnen eines Jahrhunderts bei 50%, sagte Stern vor dem Internationalen Währungsfonds (IWF) in Washington. Eine derartige Erwärmung habe es seit 30 Millionen Jahren nicht gegeben. " Das ist ein radikaler Wandel jenseits der menschlichen Erfahrungen ".

Stern hatte 2006 mit einer einflussreichen Studie die Gefahren des Klimawandels aufgezeigt. Gegenüber seiner damaligen Prognose hätten die CO2 - Emissionen und die Effekte der Erderwärmung stärker zugenommen, warnte Stern. Schon bei einer Erwärmung um 3°C vor 3 Millionen Jahren, wäre der Meeresspiegel heute 20 Meter höher. Und schon bei einem Anstieg um zwei Meter müssten vermutlich mehrere hundert Millionen Menschen umsiedeln. Selbst wenn die Staatengemeinschaft die Versprechen der Klimakonferenz von 2010 umsetze, sei die Welt auf dem Weg zu einer Erwärmung um 4°C.

Stern appellierte an die Politik: 2013 sei das optimale Jahr, um die Anstrengungen zu verdoppeln und den notwendigen politischen Willen zu schaffen. Er hoffe, dass auch Bundeskanzlerin Angela Merkel nach der Bundestagswahl wieder mehr für den Klimawandel tue. Auch Frankreichs Staatspräsident Francois Hollande habe den Ehrgeiz, 2015 in Paris ein neues globales Klimaschutzabkommen zu erreichen.

dpa / AFP 


05.09.2012

Weniger Wald, weniger Niederschlag

Abholzung macht Tropen trocken

Savanne statt Dschungel? Forscher fanden heraus: Die Abholzung von Wald verringert die Regenfälle in den Tropen erheblich. In einer Studie entwickelten Wissenschaftler ein Szenario für das Jahr 2050.

Die Abholzung des Regenwaldes sorgt nach einer neuen Studie für weniger Niederschlag und macht die Tropen somit trockener. Britische Forscher untersuchten großflächig den Zusammenhang von Regen und Vegetation mit Hilfe von Satellitendaten - und ihre Beobachtungen bestätigten Klimamodelle. Für mehr als 60% der tropischen Landfläche gilt demnach: Luftmassen, die über stark bewachsene Flächen gezogen waren, produzierten doppelt so viel Regen wie die, deren Weg über eher kahle Gebiete geführt hatte, schreibt das Team um Dominick Spracklen von der Universität Leeds. Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher im Fachjournal " Nature ". Die Wissenschaftler werteten für ihre Studie Daten von Satelliten sowie von Blattflächenindex (LAI = leaf area index) aus.  Dieser Index gibt Auskunft über die Dichte des Waldes - er berechnet sich aus Blattfläche pro Einheit Bodenoberfläche. Die Forscher untersuchten die tropischen Regenwälder im brasilianischen Minais Gerais, am Amazonasbecken, im afrikanischen Kongo und im Süden Kongos.

Bäume unter Wasserstress

Im Szenario der Forscher für das Jahr 2050 im Amazonasbecken ergab: Wenn weiter so viel Regenwald abgeholzt wird wie seit Beginn der 2000Jahre ,wird sich der Niederschlag während der Regenzeiten um 12% reduzieren und während der Trockenzeit um 21%.

Generell werde die Luft trockener, je weiter sie über Land ziehe, schreiben Spracklen und Kollegen. Das liege an der geringen Verdunstung über Land verglichen mit dem Ozean.

Auch Regenwälder lassen Wasser verdunsten. " Bäume, die nicht unter Wasserstrass leiden, können kräftig transpirieren. Oder nach einem Regenguss kann das Wasser von den Bäumen rasch verdunsten ", erläuterte Martin Claußen, Direktor am Max - Planck - Institut für Meteorologie in Hamburg. Fehle der Wald, trockneten die oberen Bodenschichten leicht aus und verhinderten so eine Verdunstung aus den tieferen Schichten.

dpa


19.01.2012

Amazonasgebiet mutiert zur CO2 - Quelle

Bollwerk des Klimawandels wankt

Der Amazonas - Regenwald steht vor einem dramatischen Wandel: US - Wissenschaftler sind überzeugt, dass die Region, die bislang als grüne Lunge der Erde galt, sich von einem Speicher für Kohlendioxid zu einer Quelle des Treibhausgases CO2 entwickelt. Eine veränderte CO2 - Bilanz zeigt sich bereits jetzt.

Das Amazonasgebiet, das traditionell als Bollwerk gegen den Klimawandel angesehen wird, stößt mehr und mehr selbst umweltschädliche Treibhausgase aus. Die bisher positive CO2 - Bilanz der Amazonasregion sei dabei zu kippen, stellten US - Wissenschaftler in einer im renommierten Wissenschaftsmagazin " Nature " veröffentlichte Studie fest. Als Gründe gaben sie Bevölkerungswachstum und die damit einhergehende Abholzung an.

In der Biomasse des Amazonas - Beckens sind etwa 100 Milliarden Tonnen Kohlenstoff gebunden, mehr als weltweit in zehn Jahren an fossilen Brennstoffen verbrannt wird. Bei Brandrodung von riesigen Waldflächen wird der in den Pflanzen gespeicherter Kohlenstoff als Kohlendioxid in die Atmosphäre freigesetzt.

Genaue Zahlen für die Entwicklung der CO2 - Emissionen im Amazonasraum seien schwierig zu beheben, räumten die Wissenschaftler vom Woods Hole Research Center im US - Bundesstaat Massachusetts ein. Doch sei die Bevölkerung in dem Gebiet in 50 Jahren von 6 auf 25 Millionen angestiegen; weite Landflächen würden deshalb in der Landwirtschaft und Hausbau benötigt. Die CO2 - Bilanz des Gebietes - also der Vergleich zwischen dem Ausstoß des Treibhausgases in der Region - sei daher im Wandel und das Amazonas - Becken könnte so zu einem Netto - Emittenten von CO2 werden.

Auch durch den Klimawandel und Wetterveränderungenen können ein Teil dieses Kohlenstoffspeichers freigesetzt werden, warnten die Wissenschaftler in ihrem Bericht. Ein Großteil des Regenwaldes halten saisonale oder mäßige Dürre aus, doch diese Belastbarkeit könnte überschritten werden und sei bereits überschritten worden. Wo Abholzung im Amazonasgebiet verbreitet sei, verlängere sich der Zeitraum der Trockenheit.

AFP


 05.12.2010

Groteske Umkehrreaktionen

Waldschutz auf Kosten anderer

Der gute Wille ist da, das Resultat ist gleich Null: Länder, die ihren eigenen Waldbestand schützen und aufforsten, importieren in der Folge mehr Holz und zerstören damit Wälder im Ausland. Zu diesen Ergebnis kommen Wissenschaftler der kalifornischen Stanford Univerity.

Einige Entwicklungsländer forsten zwar ihre Wälder auf, verursachen durch ihre steigende Nachfrage aber anderenorts wiederum das Abholzen. Zu disem Schluss kommen Forscher um Eric Lambin von der Stanford Univerity in einer Studie.

Das Team hatte die Länder China, Chile, Indien, El Salvador, Costa Rica und Vietnam untersucht. Dabei berechneten die Forscher den Holzverbrauchund die Nachfrage unberücksichtigten das Bevölkerungswachstum sowie internationale Handelssröme. Die sechs Länder haben sich im Untersuchungszeitraum von 1961 bis 2007 von " Netto - Abholzern " zu " Netto - Aufforstern " entwickelt, berichten die Experten in den " Proceedings " der US - Akademie der Wissenschaften.

In fünf der sechs Staaten - Indien ist die Ausnahme - wurde die Rückkehr der Wälder von einem Rückgang des Holzeinschlags begleitet. Zudem entstand weniger Farmland. Das schuf einen Bedarf für den Import von Holz und Agrarprodukten aus eigenen Regionen. Für 100 wiederaufgeforstete Flächeneinheiten, so erklärt das Team, haben die fünf anderen Länder ein Holz - Äquivalent von 74 Flächeneinheiten, eingeführt.

Hauptautor Patrick Meyfroidt von der Universität im belgischen Louvain ergänzt: " Wenn man noch die landwirtschaftlichen Exporte der Länder berücksichtigt, werden 22 Flächeneinheiten in anderen Ländern genutzt ". In den vergangenen Jahren habe sich dieses Verhältnis weiter verschoben, ergänzt er. Inzwischen werden für 100 aufgeforstete Flächeneinheiten etwa 52 importiert.

Wenn der Waldschutz in einer Region zum Abholzen in anderen Gebiete führe, gebe es für die Natur im ganzen keinen Gewinn, erklärt Lambin. Zusammen mit seinen Kollegen empfiehlt er eine bessere internationale Zusammenarbeit bei der Aufforstung. Dazu gehöre es, die Handelsströme zu berücksichtigen. Dem Verbraucher würde helfen, wenn er sich für nachhaltig gewonnene Holzprodukte entscheiden könne - hierbei wären Zertifikate hilfreich.

dpa 


 02.11.2010

Steigender Bedarf an Ackerland

Rodungen schaden dem Klima

Die Abholzung des Tropenwaldes zur Landgewinnung kurbelt den Klimawandel kräftig an. Die Rodungen zerstören die Kohlenstoffspeicher in den tropischen Wäldern, so dass doppelt so viel klimaschädliches Kohlendioxid in die Atmosphäre gelangt wie nach Rodungen in gemäßigten Zonen. Nur eine starke Aufforstung und optimierte Erträge auf bestehenden Ackerflächen können diese Entwicklung stoppen.

Das Umwandeln natürlicher Ökosysteme in Ackerflächen wirkt sich in den Tropen besonders verheerend aus. Dort gelangt je umgewandelter Flächeneinheit etwa doppelt so viel Kohlenstoff in die Atmosphäre wie in den gemäßigten Zonen. Gleichzeitig ist der landwirtschaftliche Ertrag aber nur halb so groß. Das berichtet eine Gruppe um Paul West von der University of Wisconsin in Madison. Die Studie ist in den " Proceedings " der US - Akademie der Wissenschaften veröffentlicht. Statt immer mehr tropische Wälder abzuholzen, sollten die Erträge auf den vorhandenen Ackerflächen verbessert werden, folgern die Forscher.

Es ist ein klassisches Dilemma: Einerseits benötigt die wachsende Weltbevölkerung immer mehr Ackerland für Lebensmittel, Tierfutter oder Biokraftstoff. Anderseitszerstört das Abholzen, Abbrennen und Umpflügen natürlicher Lebensräume bedeutende Kohlenstoffspeicher, was den Klimawandel begünstigt. Allein zwischen 1980 und 2007 wurde die landwirtschaftlich genutzte Fläche jährlich um etwa 10 Millionen Hektar erweitert, schreibt West und seine Kollegen. Dies wirke sich stark auf die freigesetzten Treibhausgase aus. Allein das Abholzen der Wälder verursache jährlich zwischen 12 bis 20% der weltweiten Treibhausgasemissionen.

Um das Ausmaß weltweit zu erfassen, rasterten die Wissenschaftler die Landfläche der Erde in zehn mal zehn Kilometer große Flächenabschnitte. Für jedes Quatrat ermittelten sie dann zum einen, welche Feldfrüchte angebaut werden und wie hoch die Erträge sind. Zum anderen werteten sie Daten darüber aus, wie viel Kohlenstoff in der jeweiligen natürlichen Umgebung gespeichert ist - in den Pflanzen selbst und im Boden - und wie viel davon bei der Umwandlung zu Ackerland in die Atmosphäre entweicht.

Mehr Menschen, andere Bedürfnisse

Resultat: Wer in den Tropen Wald in Acker wandelt, setzt besonders viel CO2 frei. Gleichzeitig ist der Ertrag auf den Flächen deutlich geringer als in gemäßigten Zonen. Ach daher ist der Bedarf für neue Ackerflächen in den Tropen besonders hoch. Hinzu kommen das dort starke Bevölkerungswachstum und die veränderten Ernährungsgewohnheiten der Menschen.

Aus diesen Gründen werden auch künftig natürliche Lebensräume zu Ackerland, erwartet das Team. Grundsätzlich sollten die tropischen Wälder aber verstärkt aufgeforstet und die Erträge auf den vorhandenen Ackerflächen verbessert werden. Nur so ließen sich die negativen Folgen für das Klima möglichst gering halten

dpa


17.09.2010

Sauberste Luft der Erde

Amazonas ist ein Regenmacher

Der Amazonas macht sich seinen Regen selbst. Der Regenwald setzt Pollen, Pilzsporen und auch viele kleinere Partikel frei, an denen Tröpfchen und Eiskristalle kondensieren. Diese bilden Wolken und fallen schließlich als Regen zur Erde. Über dem Amazonas, wo die Luft während der Regenzeit weltweit mit am saubersten ist, konnte ein internationales Forscherteam unter Mainzer Leitung jetzt erstmals untersuchen, wie dieser Prozess unbeeinflusst vom Menschen abläuft. Die Ergebnisse sind wichtig für bessere Klimamodelle.

Die Schwebeteilchen in der Luft, sogenannte Aerosole, sind in besiedelten Gebieten stark mit Ruß, Nitraten und anderen Schadstoffen verunreinigt. Ulrich Pöschl vom Max - Planck - Institut für Chemie fischte mit seinem Team daher die Kondensationskeime im Amazonas - Gebiet nördlich der brasilianischen Stadt Manaus fernab von industrieller Verschmutzung aus der Luft.

Mitten im Amazonasbecken errichten die Wissenschaftler einen 40Meter hohen Turm, von dem aus sie die Aerosole einsammelten. Die untersuchte Luft war bei vorherrschenden Windrichtung rund 2 Tage über dem Amazonas unterwegs und durch den Regen auch von weit reisenden Schwebeteilchen gereinigt, wie die Forscher im US - Fachjournal " Science " berichten. 1600 Kilometer von industriellen Anlagen entfernt, befanden sich in der Luft fast nur noch Aerosole, die unbeeinflusst vom Menschen entstehen. Deren chemische Zusammensetzung analysierten die Forscher unter dem Elektronenmikroskop und mit dem Massenspektrometer.

Nur kleine Anzahl an Aerosolen

Überrascht hat die Forscher die insgesamt geringe Aerosoldichte über dem Amazonas von lediglich ein paar hundert Teilchen pro Kubikzentimeter Luft. Über Größstädten schweben mehrere Zehntausend Teilchen pro Kubikzentimeter. Anders als in dicht besiedelten Gebieten bestehen die Regenwald - Aerosole zudem zu mehr als 80% aus organischen Material.

Dabei bildet sich im Regenwald eine Art Kreislauf: Aus dem Wald verdunstet Feuchtigkeit, kondensiert an den organischen Schwebeteilchen, regnet schließlich wieder zur Erde und wässert die Pflanzen, die beim wachsen wiederum Schwebeteilchen freisetzen. Den brasilianischen Regenwald kann man sich zur Regenzeit als eine Art Bioreaktor vorstellen, erläutert Pöschl.

So konnten die Forscher untersuchen, wie die Niederschlagsbildung ohne den Einfluss des Menschen abläuft - und darraus lässt sich ableiten, wie der Mensch die Bildung von Wolken und Niederschlag beeinflusst. Mit diesem Wissen lassen sich auch genauere Klimamodelle aufstellen.

dpa


06.08.2010

Tropische Regenwälder in Bedrängnis

Simulation zeigt Erschreckendes

Dem Ökosystem Regenwald steht ein tiefgreifender Wandel bevor. Im schlimmsten Fall sind im Jahr 2100 nur noch 18% des weltweiten Bestandes erhalten.

Eine Simulation von Forschern um Greg Alsner von der Carnegie Institution zur Entwicklung des Regenwaldbestandes kommt zu einem erschreckenden Ergebnis: in 90 Jahren könnte der weltweite Bestand dramatisch gesunken sein. Bei der Simulation haben die Forscher Satellitenbilder, Angaben zum Einschlag von Bäumen sowie Vorhersagen zu Klimawandel einbezogen. Je nach kalkuliertem Szenario könnten im Jahr 2100 nur noch 18 - 45% der heutigen Regenwälder vorhanden sein. Die Ergebnisse werden im Journal " Conservation Letters " publiziert.

Die tropischen Wälder Südamerikas, Südostasiens und Afrikas beherbergen mehr als die Hälfte der Tier - und Pflanzenarten, erklärt Alsner. Die Kombination aus Klimawandel und Abholzung zwinge sie zur Anpassung, verdränge oder töte sie. Der Berechnung liegen außer den Satelliten - und Holzeinschlagsdaten 16 verschiedene Klimamodelle zugrunde. Diese haben jeweils unterschiedliche Auswirkungen auf verschiedene Lebewesen. Einige gedeihen unter den neuen Umständen besser und verdrängen schwächer werdende Arten, andere kommen mit den neuen Bedingungen gar nicht klar und verschwinden.

In Zentral - und Südamerika könnte der Klimawandel zwei Drittel des Waldes verändern - dabei wären 80% des Amazonasbeckens in irgendeiner Weise betroffen. Im Bereich des zentralafrikanischen Kongobeckens geht der Druck besonders von den Kettensägen aus, deren Einsatz zwischen 35 und 74% der Region betreffen könne. Die Untersuchung zeige deutlich, dass den Ökosystemen ein tiefgründiger Wandel bevorstehe, heißt es bei den Forschern.

dpa


06.07.2010

Jährlich 450 Milliarden Tonnen

Pflanzen atmen CO2 ein

Das Pflanzen das klimaschädliche Kohlendioxid zur Photosynthese benötigen, ist bekannt. Wie viel CO2 alle Pflanzen zusammen weltweit absorbieren, berechnet ein Forscher aus Jena.

Alle Pflanzen der Erde nehmen jährlich insgesamt etwa 450 Milliarden Tonnen Kohlendioxid auf. Das hat Christian Beer vom Max - Planck -Institut für Biogeochemie in Jena errechnet. Der Experte untersuchte zusammen mit Wissenschaftlern aus zehn Ländern die sogenannte Bruttoprimärproduktion der Erde - also die Gesamtmenge an Kohlendioxid, die die Erdvegatation per Photosynthese jährlich absorbiert.

Das Ergebnis der Studie, die im US - Fachmagazin " Science " veröffentlicht wurde, lasse Rückschlüsse darauf zu, wie der Klimawandel den Kohlenstoffkreislauf in Zukunft verändern könne.

Verteilung berechnet

Das meiste Kohlendioxid, nämlich gut ein Drittel (34%), atmen die Pflanzen in den Tropenwäldern ein. Savannengebiete machen etwa ein Viertel (26%) der globalen Aufnahme aus - diese Regionen sind etwa doppelt so groß wie die tropischen Wälder. Auch der Niederschlag spielt nach Erkenntnissen der Forscher eine große Rolle. Die Regenmenge habe einen erheblichen Einfluss auf die Kohlenstoffmenge, die Pflanzen auf über 40 Prozent der bewachsenen Landfläche zur Photosynthese nutzen. Für ihre Untersuchung werteten Wissenschaftler große Datenmengen aus allen Teilen der Erde aus.

Kohlendioxid entsteht unter anderem bei der Verbrennung fossiler Energieträger wie Kohle, Erdöl oder Erdgas. Experten schätzen, dass dadurch rund sieben Milliarden Tonnen des Treibhausgases zusätzlich in die Atmosphäre gelangen. Das Kohlenstoffdioxid ist für mehr als 60 Prozent des menschengemachten Treibhauseffekts verantwortlich.

dpa


Quelle: ntv